Überblick
Die in neugotischem Stil erbaute Johanneskirche wurde von 1870 bis 1874 als Ersatz für die baufällige und zu klein gewordene alte Stadtkirche errichtet. An dieser Stelle stand vor der Reformation die Leonhardskapelle.
1851 war das Gebäude der alten Stadtkirche, von dem der Turm heute noch steht, knapp 500 Jahre alt. Aufgrund der baulichen Mängel wurde sie 1855 für baufällig erklärt, aber niemand wollte für die Baukosten einer neuen Kirche aufkommen.
Dekan Freihofers Recherchen ergaben, dass Herzog Ulrich von Württemberg 1543 das Kirchenvermögen von Nagold erworben und mit dem Staatsvermögen vereinigt hat. So sei der Staat als Besitzer des Nagolder Kirchenvermögens verpflichtet, die Baulast für den neuen Kirchenbau zu tragen. Weil der Staat dazu nicht bereit war, kam es zu einem langwierigen Prozess durch alle Instanzen. Nagold bekam Recht, die neue Kirche wurde 1874 eingeweiht.
Vorbild für die Nagolder Johanneskirche war die Stuttgarter Johanneskirche am Feuersee.